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Teilungsversteigerung Ratgeber von A bis Z - Antrag bis Erlösverteilung

Gerichtliche Auseinandersetzung der Grundstücksgemeinschaft - wie funktioniert das? Wenn Sie diesen umfassenden Blog lesen wollen, sind Sie vermutlich an einer Immobilie beteiligt und möchten diese gern insgesamt verkaufen oder erwerben, aber können sich damit nicht durchsetzen. Vielleicht drängt auch Ihr Miteigentümer zu einer Veräußerung, aber Sie wollen nicht verkaufen. Genau für Sie habe ich diesen Blog geschrieben. Hier finden Sie leicht verständliche Antworten zur Teilungsversteigerung. Lesen Sie weiter! Bevor ich mich nun mit den Details beschäftige, möchte ich Ihnen ein Geheimnis verraten. Das Zwangsversteigerungsgesetz (ZVG), in dem die Teilungsversteigerung geregelt ist, wird selbst von Anwälten „als Buch mit sieben Siegeln“ beschrieben. Darin steckt nicht nur ein Körnchen Wahrheit. Wer nicht regelmäßig in solchen gerichtlichen Versteigerungsverfahren Erfahrungen sammelt, wird sich immer wieder überraschen lassen müssen und steht dann oft zum falschen Zeitpunkt

Exitstrategien in der Teilungsversteigerung - Selbst beantragte Versteigerung wieder stoppen

Wenn man sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte, aber niemand bereit ist, den gewünschten Kaufpreis zu zahlen, dann stellt man seine Verkaufsbemühungen problemlos ein und behält die Immobilie. Die Sorge, den gewünschten Preis in der Teilungsversteigerung nicht erzielen zu können, hemmt hingegen zu Unrecht Miteigentümer, Gesellschafter einer GbR oder Mitglieder einer Erbengemeinschaft, die gerichtliche Verwertung der ihnen mitgehörenden Immobilie zu beantragen. Dabei gibt es auch nach Beantragung der Versteigerung eine Reihe von probaten Exitstrategien für den Fall, dass es doch einmal anders läuft als erwartet und der gewünschte Erlös nicht erzielt werden kann. Zur Teilungsversteigerung greift man meist dann, wenn eine einvernehmliche Veräußerung nicht in Betracht kommt, etwa weil in der Miteigentümergemeinschaft zumindest einer ist, der partout nicht verkaufen möchte oder mit absurd hohen Kaufpreisvorstellungen die Suche nach einem passenden Käufer blockiert. Entgegen la

Blockade der Erlösverteilung muss oft mit Verzugszinsen bezahlt werden

Bei unberechtigter Blockade eines nach erfolgter Teilungsversteigerung hinterlegten Geldbetrages hat der Gläubiger einen Anspruch auf Zinsen in gesetzlicher Höhe. Erlösverteilung Nicht selten können sich die zerstrittenen Miteigentümer nach erfolgter Teilungsversteigerung nicht über die Erlösverteilung einigen. Einer blockiert oft ohne Grund die Aufteilung des Geldes und zwingt damit das Versteigerungsgericht, den Erlös zu hinterlegen. Denn anders als bei einer Zwangsversteigerung erfolgt keine automatische Verteilung entsprechend der bisherigen Miteigentumsanteile an dem versteigerten Grundstück. Die Erlösverteilung setzt vielmehr eine einvernehmliche Regelung der Miteigentümer voraus. Die Erlösverteilung zu blockieren, birgt beträchtliche Risiken wie der fast typische Fall zeigt, den der BGH (Urt. v. 12.10.2017, IX ZR 267/16) zu entscheiden hatte. Sachverhalt Die Klägerin und der Beklagte waren Miteigentümer eines Grundstücks, das zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft ver

Teilungsversteigerung der ehelichen Wohnung vor Scheidung

Wer sich von seinem Ehepartner trennt und aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, möchte oft auch die Immobilie schnell zu Geld machen. Einen Weg dahin eröffnet die Teilungsversteigerung, wenn die Eheleute sich nicht einvernehmlich auf die Veräußerung der Immobilie verständigen. Die Verhinderung der von einem Ehegatten nach Trennung angestrebten Teilungsversteigerung der im Miteigentum stehenden ehelichen Wohnung ist aber nicht immer möglich. Für den Versteigerungswilligen gilt es Fallstricke zu vermeiden.   Zustimmung bei Verfügung über wesentliches Vermögen Macht der Miteigentumsanteil des Versteigerungswilligen sein ganzes oder nahezu ganzes Vermögen aus und wird die Ehe im gesetzlichen Güterstand geführt, kann die Teilungsversteigerung ohne Einwilligung des anderen erst gar nicht durchgeführt werden (§ 1365 BGB).  Teilungsversteigerung während des Getrenntlebens  In anderen Fällen kann die Teilungsversteigerung während der Trennungszeit der Eheleute unzulässig sein,

Muss ein Miteigentümer für sein Gebot eine Bietsicherheit stellen?

Wer bei einer Teilungsversteigerung mitbieten möchte, muss darauf vorbereitet sein, auf Verlangen eine Bietsicherheit zu stellen. Denn: Sofort nach Abgabe eines Gebotes kann ein Beteiligter, dessen Recht durch die Nicht-Erfüllung des Gebotes beeinträchtigt werden würde, Sicherheitsleistung   in Höhe von 10% des vom Gericht festgesetzten Verkehrswertes verlangen. Bietkonkurrenten, die nicht Beteiligte sind, können eine Bietsicherheit nicht verlangen. Erklärt das Gericht die Sicherheit für erforderlich, ist sie sofort zu leisten. Nur wenn die Bietsicherheit geleistet wird, ist das Gebot wirksam. Welche Formen der Bietsicherheit sind zugelassen? Scheck Die Sicherheitsleistung kann durch einen Bundesbankscheck erbracht werden. Zur Bundesbank gehören die Landeszentralbanken als Hauptverwaltungsstellen, so dass auch Landeszentralbankschecks unter gleichen Voraussetzungen zulässig sind. Ebenfalls geeignet als Sicherheit sind Verrechnungsschecks. Diese müssen von einem im Geltungsbere

Zuschlag an Eigentümer, trotzdem vollen Betrag zahlen?

Selbst ersteigern und nur die Hälfte des Bargebotes zahlen – funktioniert das denn?  Wer im Rahmen einer Teilungsversteigerung der Zuschlag erhält – der Ersteher genannt - muss grundsätzlich den von ihm im Versteigerungstermin gebotenen Betrag (Bargebot) bis zu dem etwa 6-8 Wochen später stattfindenden Verteilungstermin vollständig bezahlen, und zwar auch wenn er als Miteigentümer das Grundstück in der Teilungsversteigerung selbst ersteigert.  Der Ersteher, z.B. der Ehemann, ist grundsätzlich nicht berechtigt, die Zahlung des Bargebots um den Betrag zu kürzen, den er im Hinblick auf seine Beteiligungsquote an der Bruchteilsgemeinschaft am Versteigerungserlös zu haben glaubt, also um die Hälfte wenn seiner Ehefrau die andere Hälfte der Immobilie gehört.   Hat der Ersteher entgegen dieser Verpflichtung das Bargebot bis zum Verteilungstermin nicht oder nicht vollständig entrichtet, wird der Teilungsplan dadurch ausgeführt, dass die Forderung der bisherigen Eigentümer gegen den Ersteher

Trotz Teilungsversteigerung des Finanzamts verkaufen?

Wie kann man das Finanzamt bei  der Teilungsversteigerung ausbremsen?  Steuerschulden eines Miteigentümers berechtigen das Finanzamt, den Miteigentumsanteil des säumigen Zahlers an einem Grundstück zu pfänden. Da sich dieser Grundstücksanteil nicht sinnvoll getrennt verwerten läßt – denn es gibt nur einen kleinen Markt für den Verkauf von Miteigentumsanteilen an einer Bruchteilsgemeinschaft an Grundstücken -  erfolgt die Vollstreckung meist dadurch, dass der Gläubiger, hier also das Finanzamt, die zwangsweise Auseinandersetzung der Grundstücksgemeinschaft durch einen Antrag auf gerichtliche Teilungsversteigerung einleitet. Die Steuerbehörden verfolgen dabei die Absicht, bei erfolgreicher Versteigerung auf den dem zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Miteigentümer zustehenden Erlös zugreifen zu können, um so die Steuerschulden einzutreiben.  Der Fall:  A und B waren zu je ½ Miteigentümer eines Grundstücks. B war mit Steuern in Höhe von 17.194,40 EUR in Rückstand. Das Finan

Erben, Ehepartner und Miteigentümer zum Verkauf zwingen

Tipps für die erfolgreiche Vermarktung in der Teilungsversteigerung.  Scheidung, Trennung, unterschiedliche Interessen von Miteigentümern oder innerhalb einer Erbengemeinschaft oder Streit zwischen den Gesellschaftern einer GbR sind die häufigsten Gründe für den erzwungenen Verkauf einer Immobilie. Der eine braucht kurzfristig Geld, andere setzten eher auf den stetigen Wertzuwachs der Immobilie, wieder andere möchten nicht aus der Immobilie ausziehen oder diese für die Familie erhalten und der nächsten Generation überlassen. Im Falle einer Trennung benötigt der eine oft schnell Geld und favorisiert den baldigen Verkauf des gemeinsamen Hauses oder der Ehewohnung. Wenn negative Gefühle noch eine Rolle spielen, dann verzögert der wirtschaftlich besser gestellte Partner häufig den freihändigen Verkauf vor einem Notar - Verzögerung ist die unangenehmste Form der Ablehnung - oder er verweigert generell sein Einverständnis. Oft verfolgt er damit die unfaire Absicht, den wirtschaftlich s

Gläubiger erzwingt Teilungsversteigerung - Gesellschaft verkauft

Versteigerungsantrag kommt von einem Gläubiger eines Gesellschafters.  Heute beschäftige ich mit einem für die Teilungsversteigerung eher atypischen Fall, in dem der Gläubiger eines Gesellschafters einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) die Versteigerung erzwingt.  Die GbR kontert den Versuch der fremdgesteuerten Auseinandersetzung  trotz erfolgter Beschlagnahme durch den gemeinsamen Verkauf der Immobilie und läßt den Gläubiger ins Leere laufen. Also eine aus Schuldnersicht äußerst lehrreiche Entscheidung. Gläubiger erzwingt die  Teilungsversteigerung Der Fall (Bundesgerichtshof Beschluss v. 15.09.2016, Az.: V ZB 183/14) läßt sich wie folgt zusammenfassen: Gegenstand einer Teilungsversteigerung war ein Wohnungseigentum, das im Eigentum einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bestehend aus zwei Gesellschaftern bestand. Der Gläubiger eines Gesellschafters pfändete den Anteil dieses Gesellschafters an der GbR einschließlich dessen Auseinandersetzungsanspruchs und ließ s